In den letzten beiden Beiträgen haben wir über die Bestandteile unseres DIY Wassermachers berichtet und über unsere Erfahrungen beim Spülen, Konservieren und Reinigen.
In diesem Beitrag zeigen wir den Vergleich zwischen dem DIY Wassermacher mit professionellen Systemen in Bezug auf Energieverbrauch pro produzierte Menge an Wasser, geben Tipps zur Beurteilung der Angaben des Energieverbrauchs der Hersteller und beleuchten die Grenzen des Systems im Bezug auf die Lebensdauer der Hochdruckpumpe.
Grenzen des Systems – Lebensdauer eines Hochdruckreinigers
In der Theorie heisst es, ein Hochdruckreiniger hält ca. 100 Betriebsstunden. Bei einem durchschnitlichen Ertrag von 60 Liter / Stunde heisst dass ein Ertrag von insgesamt ca. 6000 Liter
produziertem Wasser.
Bei einem Wasserverbrauch von 100 – 150 Liter / Woche heisst das, man braucht
alle 40 – 60 Wochen einen neuen Hochdruckreiniger ???
Kann das sein?
Tatsächlich hielt bei uns der erste Workzone Hochdruckreiniger (um EUR 49.-) bis Neuseeland, bis der Motor defekt war. Das war eine Betriebsdauer von 2 Jahren, also ca. 100 Wochen, aber:
- wir haben in dieser Zeit wann immer möglich Wasser an Land bezogen oder aufgefangen, das heisst nur einen Teil des Wassers mit dem Wassermacher erzeugtdas heisst
- die Pumpe immer konsequent nach dem Betrieb gespült (nicht unter Salzwasser stehen lassen) und
- den Wassermacher kaum konserviert (das Aluminium im Inneren der Hochdruckpumpe wird durch viele Konservierungsmittel angegriffen, siehe auch unser letzter Beitrag zum Thema Wassermacher Spülen, Konservieren und Reinigen)
Den zweiten Workzone Hochdruckreiniger hatten wir in Neuseeland mit Konservierungsflüssigkeit stehen lassen und danach hat er nur bis Fidschi (6 Monate) gehalten, dann war die Pumpe selbst defekt. Eigentlich hätte man aus beiden Teilen wieder eine funktionierende Pumpe machen können, doch leider hatten wir die erste schon in Neuseeland entsorgt…
Der dritte Hochdruckreiniger von Total hat dann wiederum bis ins Mittelmeer gehalten (2 Jahre Betriebszeit).

Vorteil: durch die Notwendigkeit eines Reserve Hochdruckreinigers ist immer ein Deckreiniger an Bord
Bei genügend zur Verfügung stehender Energie kann auch ein K4 (1800 W) eingesetzt werden. Neben der längeren Lebensdauer ist der Vorteil durch höheren Durchfluss ein höherer Ertrag.
Vergleich Hochdruckreiniger (Kärcher) mit professioneller Hochdruckpumpe
Als wir im Winter 22/23 in der Türkei ein Refit an der SHE SAN gemacht haben, fielen wir zufällig über eine professionelle Hochdruckpume der Marke Sutem aus der Türkei. Daher können wir nun aus eigener Erfahrung den direkten Vergleich zwischen dem Hochdruckreinger und einer professionellen Hochdruckpumpe machen.

Baumarkt Hochdruck Reiniger „Kärcher” (Aldi Workzone und Total):
- billig (50-100 EUR)
- laut
- Gardena – Verbindungen oft nicht ganz dicht
- begrenzte Lebensdauer -> Ersatz an Bord nötig
Professionelle Pumpe: Sutem Pumpe, TK, (EUR 700.-):
- Gleiche Förderleistung 6 l/min, daher gleicher Output
- Gleicher Stromverbrauch, da gleich schlechter Motoren-Wirkungsgrad
- Betrieb ohne Leckagen möglich
- deutlich weniger laut
Fazit: Wir waren enttäuscht, dass die professionelle Pumpe in Bezug auf Leistung und Energieverbrauch keine Besserung im Vergleich zum Kärcher gebracht hat, sind nun aber froh, dass das Wassermachen weniger laut ist.
Ausserdem sollte die Lebensdauer der Pumpe ein vielfaches grösser sein, aber das wird sich erst im Laufe der Jahre zeigen…
Vergleich DIY Wassermacher mit Hochdruckreiniger mit professionellen Wassermachern
Vergleich der Systeme grundsätzlich
Wir möchten nun unseren Eigenbau mit der Hochdruckpumpe „Kärcher“ mit Konventionellen Systemen mit gleichem Aufbau und Energieeffizienten Systemen mit Energierückgewinnung (Clark Pump) vergleichen:
| Eigenbau mit Hochdruckpumpe „Kärcher” | Konventionelles System (Hochdruckpumpe) | Energieeffizientes System | |
| Energieverbrauch | – Hoch | Hoch bis mittel | + Wenig |
| Komplexität | + Am einfachsten | Einfach und robust | – Hoch |
| Wartung/Reparatur | + Am einfachsten, aber Ersatzpumpe nötig | Einfacher als ERS | – Spezialisiert, teils schwierig |
| Geräusch | – Am lautesten | Lautes, monotones Brummen | + Leise, aber rhythmisches „Klacken“ |
Was ist bei einem Vergleich von Energieverbrauch und Leistung zu beachten?
Die Wassertemperatur und der Salzgehalt sind entscheidend für die Leistung. Meist sind diese angegeben für 25-26 °C und 33.000 ppm (3.3 %) Salzgehalt –> entspricht dem Wasser im Pazifik.
Im Vergleich dazu hat das Mittelmeer mit 39.000 ppm (3.9 %) einen um 20% höheren Salzgehalt. Daraus resultiert beim Wassermachern eine 20 % niedrigere Leistung: Das hiess bei uns, es wurden nur 52 Liter statt 65 Liter produziert. Wenn dann im Frühjahr auch die Wassertemperatur noch tiefer ist, z.B. 20°C ist die produzierte Leistung nochmals 10-15 % weniger!
Ausserdem zu beachten:
Die Angaben zum Energieverbrauch pro Liter (Wh/l) sind nicht immer seriös –> oftmals wird nur der Anschlusswert angegeben, nicht aber der tatsächliche Verbrauch bei 60 bar.
Ebenfalls werden bei den Angaben der professionellen Hersteller nicht berücksichtigt:
- die Inverterverluste bei AC Betrieb –> bei uns ca. 7%
- der Stromverbrauch der Speisepumpe –> bei uns 70 W
- der Bedarf an Frischwasser zum Spülen –> bei uns nur 4 Liter , kann aber bis 15 Liter sein
Vergleich der Systeme in Zahlen
Die Angaben zu Leistung und Stromverbrauch beziehen sich auf 25-26 °C Wassertemperatur und 3.5 % Salzgehalt.
Die hier genannten Produkte sind nur Beispiele. Es gibt viele Anbieter, allerdings fiel uns Ocean Spring aufgrund der vernünftigen Preise auf und gemäss Freunden von uns bietet der Gründer Julian Schlichtenmeyer einen guten Service.
| Eigenbau SHE SAN | Konventionelles System Hochdruckpumpe AC | Energieeffizientes System (ERS) | ||||
Marke Beispiel | Ocean Spring AC65 | Ocean Spring AC110 | Schenker Zen 30 | Schenker Zen 50 | ||
| Membranen | 1 | 2 | 1 | 2 | 1 | 2 |
| Leistung | 65 l/h | 110 l/h | 65 l/h | 110 l/h | 30 l/h | 50 l/h |
| Energie-verbrauch | 19 Wh/l 158 Ah/100l | 12 Wh/l 100 Ah/100l | 12 Wh/l 100 Ah/100l | 7 Wh/l 58 Ah/100l | 4 Wh/l 33 Ah/100l | 5 Wh/l 42 Ah/100l |
| Kosten | EUR 1.200,- | EUR 1.900,- | EUR 4.600,- | EUR 5.500,- | EUR 5.900,- | EUR 6.900,- |
Vergleich Ausbeute und Energieverbrauch eine Membran gegenüber 2 Membranen
Aus obenstehender Tabelle kann man erkennen, dass wir unseren Eigenbau aufgerüstet haben mit einer zweiten Membran. Die Kosten für ein zweites Druckrohr und eine zweite Umkehrosmosemembran waren dabei EUR 700.-
Dafür ist es nun möglich mit dem gleichen Energieverbrauch anstatt nur 65 Liter / Stunde neu 110 Liter / Stunde zu produzieren. Mit diesem Schritt sind wir nun endlich, selbst mit Gästen an Bord autark ;-).
Daher empfehlen wir bei den konventionellen Systemen, sei es Eigenbau oder Hochdruckpumpe ohne Energierückgewinnung jeweils auf 2 Membranen zu gehen, da die Ausbeute bei gleichem Energieeinsatz um 70 % höher ist.
Bei den Energieeffizienten Systemen dagegen steigt der Energieverbrauch in Wh/l von einer Membran im Vergleich zu zwei Membranen. Dort würden wir folglich die eine Membran vorziehen und die Anlage lieber länger laufen lassen.
Weitere Beiträge zum Thema Wasser:

Vielen Dank !! Mal wieder Top Informationen und ein fairer Vergleich von drei Systemen. Gibt es auch mal einen Beitrag über praktische und kostengünstige Biermacher auf Hochsee ??!! ;-))
Lieber Peter, vielen Dank für den Input. Die praktischen und kostengünstigen Biermacher auf der SHE SAN haben immer noch 2 Ohren, daher fokussieren wir zunächst mal noch auf den Vergleich von Wassermachern ;-). Doch tatsächlich haben wir zum Thema „Fruchtbier selber machen“ auch schon vor einiger Zeit eine Anleitung erstellt, doch ist diese zur Zeit immer noch „hinter der Bezahlschranke“.
Herzliche Grüsse
Angela und Reto